Die Geschichte Madeiras
Um 14. Jahrhundert
Auf historischen Karten erfolgt bereits eine
Erwähnung Madeiras, so im "Medici-Atlas" von 1351, benannt als
Holzinsel. Um 1374 wurden auch die Selvagens erwähnt. Man vermutet
schon eine Bekanntheit unter den Phöniziern.
um 1419
Gilt eigentlich als das offizielle Entdeckungsjahr.
Vorher landete schon die Flotte Heinrich des Seefahrers auf Porto
Santo und später auf Madeira. Um 1419 entdeckte Joao Zarco Madeira
und nahm es für Portugal in Besitz. Kurz danach kamen die ersten
portugiesischen Siedler.
um 1424
Heinrich der Seefahrer treibt die Besiedlung
Madeiras voran. Sklaven aus Afrika und den Kanaren werden für den
Aufbau sowie Zuckerrohranbau eingesetzt. Viele Wälder werden
brandgerodet, um Platz für die Landwirtschaft zu gewinnen.
um 1433
Heinrich der Seefahrer herrscht über Madeira, kann
nun eigenständig über Landverteilung und Herzogtümer entscheiden.
um 1460
Nach dem Tod Heinrich des Seefahrers fällt Madeira
in den Besitz der portugiesischen Krone.
um 1478
Besuch von Christoph Kolumbus auf der Zuckerinsel,
der Wohlstand und die unglaubliche Fruchtbarkeit Madeiras locken
zahlreiche europäische Händler auf die Insel. Über die Jahre
vermischen sich die einzelnen Aristokratien.
um 1486
Durch den übertriebenen Zuckerrohranbau geht die
Getreideernte zurück und verursacht sogar eine Hungersnot.
um 1508
Funchal erhält das Stadtrecht zugesprochen. Ein paar
Jahre später wird mit dem Bau der Stadtmauer begonnen, welche die
zahllosen Piratenangriffe abwehren soll.
um 1520
Die Erträge der Zuckerrohrplantagen schrumpfen, da
der ausgelaugte Boden auf Grund der Monokultur nichts mehr hergibt.
Es erfolgt eine allmähliche Umstellung auf Weinanbau.
um 1566
Madeira wird von 11 Schiffen des Franzosen Monluc
überfallen und ausgeplündert. Mehrere Tage treiben die Verbrecher
auf Madeira ihr Unwesen, bis sie kurz vor Eintreffen portugiesischer
Truppen fliehen.
um 1580
Madeira wird spanisch, Portugal wird von den
Spaniern erobert, so fällt auch Madeira in spanische Hände. Es wird
eine Zentralverwaltung eingeführt.
um 1640
Die spanischen Besatzer werden von den Portugiesen
wieder vertrieben, Madeira wird nun wieder portugiesisch, die
Zentralverwaltung aber bleibt.
um 1664
Madeira entwickelt sich zu einer wichtigen
Zwischenstation der großen Handelsrouten von Europa nach Afrika und
Amerika. Der Madeira-Wein wird ein beliebtes Exportgut.
um 1755
Madeira wird von einer Flutwelle heimgesucht,
ausgelöst durch ein Erdbeben rund um Lissabon.
um 1768
James Cook bricht zu seiner ersten Forschungsreise
auf. Hierbei legt er einen Zwischenstopp auf Madeira ein.
um 1775
Abschaffung der Sklaverei auf Madeira
1800 - 1814
Im Zuge der napoleonischen Kriegswirren besetzen die
Engländer Madeira, um sie vor einer französischen Eroberung zu
schützen.
um 1852
Der Weinhandel geht zurück, Reblaus- und
Mehltauplagen vernichten fast den gesamten Weinanbau. Große
Hungersnöte treiben viele Menschen von der Insel.
um 1861
Die österreichische Kaiserin Sissi verbringt viele
Monate auf Madeira, um sich auch von einer Krankheit zu erholen.
1916
Kriegserklärung der Deutschen an Portugal mit
anschließender Versenkung einiger Schiffe in der Bucht von Funchal
durch ein deutsches Unterseeboot.
1926
Portugal wird faschistisch, ein
Militärputsch bringt Dr. Antonio Salazar mit dessen faschistischer
Diktatur an die Macht. Erstellte "Hungergesetze" sorgen auf Madeira
für zunehmenden Widerstand, da die Getreideimporte durch einige
wenige Händler nun abgewickelt werden.
1931
Madeira lehnt sich auf, die große
"Hungerrevolte" schlagen Truppen vom Festland nieder. Viele
Madeirenser werden deportiert.
1947
Madeira erhält die erste reguläre
Flugverbindung nach England. Da ein Flughafen fehlt, übernehmen
Wasserflugzeuge spektakulär diese Aufgabe.
1964
Endlich nach langer Bauzeit wird
Madeiras erster Flughafen "Santa Catarina" in Betrieb genommen.
Schon damals gilt er unter Piloten als schwer anzufliegen wegen der
kurzen Landebahn und den unberechenbaren Scherwinden. Für Piloten
gab es eine regelrechte Madeiralizenz, nur speziell ausgebildete
Flugzeugführer durften die Insel überhaupt anfliegen. Nicht selten
mussten die Piloten auf den Flughafen der Nachbarinsel Porto Santo
ausweichen. Bei schlechtem Wetter oder dreimaligem abgebrochenen
Landeanflug musste der Ausweichflughafen angeflogen werden.
1974
Das Ende der 48-jährigen Diktatur,
bekannt als portugiesische Nelkenrevolution, wird auch auf Madeira
begeistert gefeiert.
1976
Die Sozialdemokraten gewinnen die
erste freie demokratische Wahl. Madeira wird zur autonomen Region
erklärt mit alleiniger Selbstverwaltung.
1985
Verlängerung der sehr kurzen
Landebahn des Flughafens Santa Catarina.
1993
Durch den EU-Beitritt Portugals
fließen nun endlich Fördergelder auch nach Madeira. Vorrangig sollen
diese für den Ausbau der Verkehrswege verwendet werden. Eine
Autobahn um die Insel sowie eine Querverbindung sind in Planung,
realisierbar nur durch zahlreiche teure Tunnelprojekte. Weiterhin
ist die erneute Verlängerung der Flughafenlandebahn geplant, der
alte Flughafen ist nach wie vor ein Sicherheitsrisiko.
2000
Der Tourismus entwickelt sich zum
wichtigsten Wirtschaftsfaktor Madeiras, mittlerweile kommen über
eine halbe Million Gäste auf die Insel. In dem Zuge wird auch der
komplett erneuerte Flughafen eingeweiht mit der verlängerten und
versetzen Landebahn, welche spektakulär auf riesigen Betonpfählen in
den Atlantik gebaut wurde.
2002
Einführung des Euro als Währung
2004
Die Autobahn nimmt langsam Gestalt
an, die Querverbindung von Ribiera Brava nach Sao Vincente mittels
des längsten Tunnels der Insel ist befahrbar und erspart die Passage
über den 1007m hohen Encumeada-Pass.
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