Quintas auf Madeira
Quintas heute
Heute versteht man unter den Quintas auf Madeira private ehemalige Landhäuser, welche in den letzten Jahren in landestypische Hotelanlagen umgewandelt wurden, ohne ihren altertümlichen Charme zu verlieren.
Folgende Kriterien erfüllen die meisten der Quintas:
Herrenhaus mit Geschichte und meist großzügigen Gartenanlagen mit oftmals endemischen (einheimischen) Pflanzen mit sehr persönlichem Service des Personals.
2008 wurde der Markenname Quintas da Madeira von der Inselregierung als offizielle Kategorie anerkannt, was den Erfolg und die Qualität dieser Projekte wiederspiegelt.
Unsere Quinta-Tipps für einen erholsamen Madeira Urlaub:
![]() Quinta das Vistas |
![]() Quinta Splendida |
![]() Quinta da Casa Branca |
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Quinta - geschichtliche Infos
Doch was genau war eigentlich eine Quinta? Das Wort an sich stammt aus dem Portugiesischen und bedeutet übersetzt schlichtweg: „Bauernhof“ oder „Landgut“.
Nur wenige kennen jedoch die zweite Bedeutung des Namens. Schlägt man in einem portugiesischen Wörterbuch „Quinta“ nach, sieht man, dass das Wort nicht nur „Bauernhof“, sondern auch „Fünftel“ bedeutet. Und genau dieses „Fünftel“ ist ein Teil der Historie der Quintas: damals wurden die Landgüter noch von Bauern bewohnt, welche die Felder bestellten und das Gut sauber hielten. Eigentümer waren jedoch die Grundherren, die von den Bauern, ihren Pächtern, ein Fünftel (Portugiesisch: quinta parte) des Ernteertrags verlangten.
Als das Wohnen auf dem Lande schließlich in Mode kam, zogen die reichen Gutsbesitzer samt ihrer Familien selbst in jene Quintas. Man hielt dort Gesellschaften ab und funktionierte die Gehöfte in stattliche Villen um. Das Herzstück des Anwesens war nicht etwa das Haus selbst, sondern der meist weitläufige Garten, in dem man Zuckerrohr und Bananen anpflanzte, um somit jedem zu zeigen, wie gut es um die Finanzen der Bewohner bestellt war.
Heute gibt es natürlich keine Gutsherren mehr – zumindest nicht im damaligen Sinne. Mit der Zeit verfielen zahlreiche der Quintas. Einige jedoch wurden „gerettet“; sie dienen als Unterkünfte für Wanderer, oder wurden zu ansprechenden Hotels umgebaut. Oftmals stehen jene umgebauten Quintas ganz im Gegensatz zu den neuen, modernen Hotels der Insel, da sie sich trotz komfortabler Einrichtung und modernen Angeboten wie Wellness und einer exzellenten Küche, ein Stück Geschichte bewahrt haben.
Eine der berühmtesten und geschichtsträchtigsten Quintas der Insel ist die „Quinta das Cruzes“. Sie befindet sich bei Funchal und erzählt von über 500 Jahren madeirischer Geschichte. Die „Quinta das Cruzes“ ist die letzte Residenz von João Gonçalves Zarco, der als Wiederentdecker Madeiras gilt. Die Quinta blieb bis zum 17. Jahrhundert in Familienbesitz und ging dann in den Besitz einer anderen bekannten Familie Madeiras über; in den der Familie Lomelino. Die Geschichte der Familie Lomelino geht weit in die Geschichte zurück: ursprünglich stammt die Kaufmannsfamilie aus dem italienischen Genua – um das Jahr 1496 herum siedelten die Lomelinos jedoch nach Madeira über. Im Besitz dieser Familie wurden an der Quinta das Cruzes erhebliche Veränderungen vorgenommen. Aus dieser Zeit stammen die Bögen an der Hauptfassade und auch der Bau der Kapelle wurde von den Lomelinos in Auftrag gegeben. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzer häufig und die jeweiligen Eigentümer veranlassten nicht selten Umbauten, sodass die Quinta heute von vielen unterschiedlichen Stilen geprägt wird. Doch die „Quinta das Cruzes“ ist nicht nur ein hübsch anzusehendes altes Landgut, sondern auch ein Museum, dessen Geschichte im Dezember 1946 mit der Unterzeichnung einer Schenkungsurkunde begann. Dieses Dokument besagte, dass die Spende von Kunstgegenständen und Antiquitäten aus dem Besitz von César Filipe Gomes ausschließlich dazu benutzt werden sollte, ein Museum zu errichten. Seitdem finden in der Quinta permanente und in regelmäßigen Abständen auch temporäre Ausstellungen statt. Als Ende des 18. Jahrhunderts die Epoche der Romantik anbrach, wirkte sich die damals zum Zeitgefühl gehörende Melancholie und zarte Sehnsucht auch auf die Gestaltung des bemerkenswerten Gartens aus. Sanft gewundene Wege führen an stilvoll angelegten Blumenbeeten vorbei und Jahrhunderte alte Bäume werfen ihre Schatten auf kunstvolle Steinbrunnen. Der ein Hektar große Garten, der übrigens besichtigt werden kann, bietet zudem einen atemberaubenden Blick auf die Bucht Funchals.
Doch nicht nur die Quinta das Cruzes ist einen Besuch wert; in und um Funchal befinden sich zahlreiche Quintas, die nur auf eine Besichtigung oder Übernachtung warten.
Zu empfehlen ist hierbei die Quinta do Lago, die inzwischen zu einem Hotel umgebaut wurde. Sie thront auf einem Hügel oberhalb der Stadt und bietet ihren Gästen luxuriöse Suiten, geschmackvoll eingerichtete Restaurants und einen faszinierenden Panoramablick auf das Meer.
Die Quinta Magnólia war ursprünglich ein britischer Country Club, der jedoch im Jahr 1980 von der Regierung aufgekauft wurde. Mit einer Größe von über 40.000m² ist der zu der ehemaligen Quinta gehörende Park einer der beliebtesten Aufenthaltsorte in Funchal. Neben den riesigen Grünflächen bietet der Park außer zwei Tennisplätzen nicht nur einen Fitnessparcours, sondern ebenfalls einen Swimmingpool, in dem man sich nach sportlichen Aktivitäten eine verdiente Abkühlung gönnen kann.
Quintas gibt es jedoch nicht nur in der Hauptstadt und ihrer Umgebung. Ganz gleich, ob in Paul do Mar, Porto Moniz oder Machico: halten Sie Ihre Augen offen und Sie werden ganz sicher das ein oder andere Mal auf zauberhafte Quintas stoßen, wenn Sie sie am wenigsten erwarten.
Wir wünschen Ihnen einen erlebnisreichen und erholsamen Urlaub auf der zauberhaften Atlantikinsel.
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