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Madeira - die Anreise im Flugzeug

(Der erste Madeiraflug aus einer rein "privaten" Sicht eines Urlaubers.....und nicht ganz ernst gemeint  ;-)

Obwohl Vielflieger haben wir die letzte Nacht  alle schlecht geschlafen. Es geht nach Madeira, die wunderschöne Atlantikinsel mit diesem schwierig anzufliegenden Flughafen, wenn man den kursierenden Geschichten so Glauben schenken darf. Meine Frau zusätzlich mit der steten Flugangst im Genick und der Sorge, ob in den Koffern plus Handgepäck nichts fehlt. Pünktlich trudelten wir dann im Hamburger Flughafen ein. Am Check In saß eine noch völlig untermotivierte aber topp gestylte Dame. Sie erbarmte sich nur zögernd unserem Wunsch nach Abfertigung. Irgendwie hatten wir das Gefühl, uns jetzt bei ihr entschuldigen zu müssen, dass wir hier nun stehen und in den Urlaub fliegen wollen. Aber wir haben ja alle mal einen schlechten Tag. Egal, Urlaubsdauergrinsen wieder aufgelegt  und in die Wartehalle rein, Kaffee trinken, warten. Dieses Warten vor dem Abflug ........

 Hamburg Flughafen ab jetzt nur noch Wasser Flughafen Porto Santo

Es kommt einem immer wie Jahre vor, zum Glück kann man in Hamburg schön das rege Treiben auf dem Rollfeld beobachten. Endlich schieben sie unseren Flieger, eine Boeing 757 an ihren Platz und docken den „Einstiegsrüssel“ an. Das Catering wird an Bord gebracht, der Abflug naht. Nun los, Flugaufruf, Puls steigt, Frau schwitzt, „alles wird gut" sag ich und streichele ihr Händchen u. wie immer auch obligatorisch die Außenhaut des Fliegers am Einstieg (ist seit langem so ein abergläubisches Ritual von mir). Früher mit den Bussen und der Treppe zum Flieger war es irgendwie schöner. Da wusste man, jetzt steigst du in ein Flugzeug. Die Flugbegleiter waren netter drauf, aber eigentlich sind die immer nett. Der Start ist wieder beeindruckend, jedes Mal erstaunt mich diese ungeheure Kraft der Turbinen, wie sie die Tonnen von Metall vehement beschleunigen und in den Himmel „schießen“. Ich verdränge den Gedanken, der Technik "ausgeliefert" zu sein und löse langsam die verkrampften, in meinen Handrücken gebohrten Hände meiner Frau. Ablenkung verschafft das Frühstück mit einem schönen heißen Kaffee. Eigentlich ist Fliegen wirklich schön, man sitzt ja im sichersten Verkehrsmittel der Welt, rein statistisch, das beruhigt ungemein (mich zumindest). Der Flug verlief ruhig, unter uns bei bester Sicht, Frankreich, Spanien, Portugal und dann nur noch Wasser. Muss ja auch, wenn wir auf eine Insel fliegen, sagte ich zu meiner Frau, kam aber nicht so beruhigend rüber wie geplant. Nun verkündete unser aller  Pilot, wir sind im Landeanflug auf Madeira. Der Blick auf Porto Santo (Madeiras Nachbarinsel) machte uns erst nachdenklich, grüne Insel? Es ging aber dran vorbei.

   Die Insel steht senkrecht endlich unten

Jetzt kommt, wo sogar "Gernflieger" wie ich leichte Deoprobleme bekommen. Madeira in Sicht, aber was ist denn das da unten, Landebahn? Dieses komische Ding auf Stelzen ist angeblich Madeiras größter Stolz, der Flughafen.  Plötzlich kippt die Maschine heftig nach rechts, die Insel scheint senkrecht zu stehen. Das Flugzeug fliegt eine harte Schleife und sackt heftig durch, unter unserem Fenster jetzt Wasser, was bedrohlich nahe kommt. Totenstille in der Kabine, schlagartig zieht der Pilot den Flieger wieder gerade.

Da rubbeln auch schon die Räder auf dem Beton der Landebahn. Dann Vollbremsung, man hat das Gefühl, der Kapitän im Cockpit hat alle Reserven der Maschine mobilisiert, um nicht hinten am Ende der Landebahn in den Atlantik zu schießen. Mir war bis hierhin unklar, was ein Flugzeug für Belastungen aushält. Er war sicher früher Kampfpilot und dachte mal wieder auf einem Flugzeugträgerdeck zu landen (sieht von oben fast so aus). Das obligatorische "Klatschen" nach der Landung erschien uns auch etwas zaghaft. Als die Boeing dann drehte, war zu sehen, es war noch genug Platz zum Landebahnende. Ich erinnere mich an den gelesenen Satz, dass früher vor Ausbau der Landebahn nur erfahrene Piloten Madeira anfliegen durften, da es einer der gefährlichsten Flughäfen der Welt war. Jetzt ist uns klar, warum die Insel so spät touristisch erschlossen wurde. Heute ist die Lage absolut entschärft und der Airport auf den aktuellen Sicherheitsstandard hochgerüstet, einzig die Piloten scheinen noch manchmal ihr kleines Späßchen mit uns armen Fluggästen zu treiben.